Meisen sollen Schädlinge fressen

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Kinder bauen Nistkästen für den Fressfeind des Eichenprozessionsspinners

Sie gilt als natürlicher Fressfeind des Eichenprozessionsspinners: die Meise. Und da der Schädling sich auch im Stadtgebiet von Dissen immer weiter ausbreitet, probiert man dort jetzt eine Alternative zur Chemie aus: die Stärkung der Meisenpopulation. Die Kinder des Schulzentrums Dissen bauen Nisthilfen, jeweils eine für die Stadt und eine für Zuhause.

„Die Kästen sollen vor allem an Kitas und Schulen hängen“, sagt Philipp Retzlaff, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt. Die Kästen für Zuhause durften die Kinder auch verzieren. „Hier wohnt jemand“, hat Viertklässlerin Jana (10) auf ihren geschrieben. Klassenkameradin Yamur (10) entschied sich für eine Botschaft: „Du bist geschützt.“ Doch das Kooperationsprojekt zwischen Stadt, Schulzentrum und Regionalem Umweltbildungszentrum Lernstandort Noller Schlucht ist nicht das einzige, bei dem sich die Kinder gerade mit der Natur um sie herum beschäftigen. So hat Josef Gebbe vom Lernstandort eine Idee entwickelt, die die Mädchen und Jungen vor allem ab April faszinieren wird. „Auf einer Wiese nahe dem Lernstandort haben wir 4000 Feldgrillen angesiedelt“, erzählt der Biologe. Zwar ist die Saison des Zirpens jetzt vorbei, aber sobald der nächste Frühling die Grillen wieder musizieren lässt, können Kindergruppen dem früher so typischen Sound des Sommers mithilfe von Richtmikrofonen lauschen. „Hier lernen die Kinder, dass alles zusammengehört“, sagt Matthias Beckwermert vom Kreisverband Osnabrück des BUND, mit dem der Lernstandort beim Projekt Grille kooperiert.

Kinder auf der TreppeMöglich gemacht hat die Projekte eine Förderung der Niedersächsischen BingoUmweltstiftung in Höhe von insgesamt 4.490 Euro. Als „optimale Partner“ bezeichnete Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr Stadt, Schulzentrum und Lernstandort Noller Schlucht. „Begreifen kommt von begreifen. Ideen wie diese sind es, die wir uns wünschen. Unser Dank geht an die engagierten Initiatoren und Lehrkräfte.

Behr besuchte das Schulzentrum, die Grillenwiese und den Lernstandort Noller Schlucht anlässlich einer Abschluss-Rundtour zu verschiedenen „NATURbegeistert“-Projekten in ganz Niedersachsen. Mit im Gepäck hatte er als Auszeichnung ein Schild, das die Initiativen aufhängen und damit zeigen können: Wir sind begeistert von der Natur, anders gesagt: NATURbegeistert.

Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 450.000 Euro ist „NATURbegeistert“ das größte Projekt der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung in den vergangenen zwei Jahren. Gestartet anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Stiftung, hat die Initiative seit Anfang 2019 mehr als 200 Naturerlebnisprojekte für Grundschulkinder in ganz Niedersachsen auf den Weg gebracht. Schirmherr ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

 

Das Projekt läuft noch bis Ende 2021, doch auch danach fördert die Stiftung weiter Vorhaben aus Umweltbildung und Naturschutz. Behr: „Wir freuen uns auf all die Ideen der vielen Engagierten im Naturschutz in Niedersachsen.“ Die Stiftung fördert insgesamt etwa 650 Projekte im Jahr mit rund sechs Millionen Euro.

Fotos: Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, honorarfrei im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung
Links BUND-Grillenexperte Matthias Beckwermert, rechts Josef Gebbe vom Lernstandort, in der Mitte FÖJlerin Henrike sowie Desiree Richter von der Bingo-Umweltstiftung.

Nach erfolgreichem Bau erstellen die Kinder Werkbücher mit Anleitungen. Der Autor dieses Werkbuches ist Viertklässler und lernt erst seit einem Jahr Deutsch.

 

Karsten Behr auf Grillenwiese
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