Homann Areal
Geführte Rundgänge über das ehemalige Homann-Industriegelände in Dissen aTW am 19. und 20. September 2025
Bevor die ersten Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Homann-Industriegelände beginnen, laden die Stadt Dissen aTW und die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft mbh (oleg) alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am 19. und 20. September 2025 zu geführten Rundgängen über das Areal ein. Die Rundgänge bieten die einmalige Gelegenheit, das ehemalige Industriegelände noch einmal in seiner bisherigen Form zu erleben und sich ein Bild vom aktuellen Zustand zu machen.
Die etwa einstündigen Begehungen zeigen den Interessierten den aktuellen Zustand des Homann-Industriegeländes, das sich nach dem Rückbau von Maschinen und Anlagen im Konversionsprozess befindet. Bürgermeister Eugen Görlitz betont die besondere Bedeutung dieser Veranstaltung: „Es ist uns wichtig, das Homann-Gelände noch einmal zu öffnen. Mit den geführten Rundgängen geben wir den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, ein Stück Dissener Industriegeschichte hautnah zu erleben. Es ist die letzte Möglichkeit für die Öffentlichkeit, das Gelände zu betreten, bevor die Teilabrissarbeiten starten.“
Die Rundgänge über das Homann-Gelände finden am Freitag, 19. September 2025 von 14 bis 17 Uhr und am Samstag, 20. September 2025 von 9 bis 12 Uhr statt. Treffpunkt ist an der Bahnhofstraße vor Tor 2 am ehemaligen Pförtnerhäuschen. Eine vorherige Anmeldung mit Auswahl eines Zeitfensters ist erforderlich – folgen Sie einfach dem Link oben rechts auf dieser Website. Für die Teilnahme muss festes Schuhwerk getragen werden. Schutzhelme und Warnwesten werden vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Stadt Dissen aTW und die Osnabrücker Landentwicklungsgesellschaft mbH weisen darauf hin, dass das Gelände nicht barrierefrei ist; sofern Personen mit Mobilitätseinschränkungen an den Führungen teilnehmen möchten, sollte eine Begleitperson angemeldet werden, die bei Bedarf unterstützen kann. Bei Fragen wenden Sie sich gern an den Fachbereich 4 – Planen und Bauen.
Zukunftsweisende Entwicklung hat begonnen
Die Vorbereitungen für die planerische Entwicklung des ca. 13 ha großen, ehemaligen Homann-Industriegeländes laufen derzeit auf Hochtouren. Eine von der Stadt Dissen aTW und der oleg in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse liegt mittlerweile vor. Erste Abrissarbeiten auf dem Areal sind für 2026 vorgesehen. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll ebenfalls im nächsten Jahr ausgeschrieben werden.
Geschichte des Firmengeländes
Die Firma Homann wurde im Jahr 1876 von Fritz Homann in Dissen am Teutoburger Wald gegründet und prägte den Ort seitdem in jeglicher Hinsicht: die vielen Arbeitsplätze, das Krankenhaus, der Homann-Park, die Sporthalle.
Ende Juni 2017 wurde vom Aufsichtsrat der Theo-Müller-Gruppe, die inzwischen das Unternehmen übernommen hatte, beschlossen, den Stammsitz in Dissen aTW bis 2020 aufzugeben und stattdessen im sächsischen Leppersdorf neu zu bauen. Auch in Bad Essen, Bottrop und Floh-Seligenthal war geplant, die Werke zu schließen, sobald der Neubau in Betrieb ging. 1.550 Mitarbeiter waren von den Schließungen betroffen, 1.000 davon in Dissen aTW.
Nach Veröffentlichung durch die Firma Homann, dass der Produktionsstandort im Innenstadtbereich von Dissen aTW mittelfristig aufgegeben werden sollte, wurden Überlegungen angestellt und Gespräche geführt, wie die Stadt Dissen aTW hierauf reagieren wollte, um die mit der Verlagerung des Produktionsstandortes sich ergebenen finanziellen und planerischen Auswirklungen zu bewältigen. So wurde u.A. eine schnelle Bereitstellung eines neuen, ca. 20 ha großen Grundstücks für eine mögliche Werkserweiterung an der Autobahn BAB A 33 im Industriegebiet Dissen-Süd in Aussicht gestellt. Zugleich wurde ein Planungsbüro beauftragt, ein Integriertes Entwicklungskonzept (ISEK Dissen) und eine vorbereitende Untersuchung für den Bereich Homann zu erarbeiten, um die Beantragung der Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm von Bund und Land Niedersachsen vorzubereiten.
Die Bearbeitung des ISEK wurde im Frühjahr 2018 unterbrochen, weil zu diesem Zeitpunkt die Firma Homann bzw. die Theo-Müller-Gruppe als Eigentümerin entschieden hatte, den Standtort in Dissen aTW nicht aufzugeben, sondern die Produktion dort aufrechtzuerhalten.
Durch die Bekanntgabe der Theo-Müller-Gruppe, den Standort der Firma Homann in Dissen aTW zum Ende des Jahres 2022 zu schließen, ergab sich erneut akuter Handlungsbedarf. Daher wurde kurzfristig die Fortführung des ISEK-Prozesses und Vorbereitung einer daran anknüpfenden Antragstellung für das Städtebauförderungsprogramm beschlossen.
Die Stadt Dissen aTW beauftragte die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft mbH (oleg), das rd. 13 ha große Betriebsgelände der Firma Homann in Dissen zu erwerben. Absicht der Stadt Dissen aTW war dabei eine Revitalisierung der Industriebrache, eine Sanierung der Flächen sowie eine gesamtstädtebauliche Entwicklung des Homann-Aleals.
Das ehemalige Betriebsgelände liegt in unmittelbarer Nähe zum zentralen Versorgungsbereich der Stadt Dissen aTW (300 m zum Zentrum), insofern bietet die Revitalisierung eine große Chance für die Stadtentwicklung.
Das Gelände ist insbesondere gekennzeichnet durch:
- Funktionsverlust von baulichen Anlagen,
- Leerstand, Mindernutzung, Verwahrlosung,
- Verfall denkmalgeschützter Bausubstanz,
- Hohe Bodenversiegelung,
- Altlasten,
- Mangelnde Einbindung in bestehenden Stadtraum/Stadtgefüge,
- Mangelnde verkehrliche Anbindung,
- Untergenutzte Freiflächen, mangelnde Aufenthaltsqualität.
Die an den ehemaligen Produktionsstandort angrenzenden Areale, insb. Werkssiedlungskörper und kulturelle Einrichtungen, sind gekennzeichnet durch bauliche und stadträumliche Missstände, Mindernutzungen, abweisende Gebäudeausrichtung und Fassadengestaltung und andere Aspekte, welche das Stadtbild und die Aufenthaltsqualität in der Stadt mindern.
Für den Fall der Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm erklärte der Rat der Stadt Dissen aTW seine Bereitschaft, die Gesamtmaßnahme durchzuführen und den jährlichen gemeindlichen Eigenanteil zu übernehmen.




