Wärmeplanung als zentrales Element für den Klimaschutz
Die Stadt Dissen aTW hat sich mit Verabschiedung des Integrierten Klimaschutzkonzepts durch den Stadtrat in 2023 das Ziel gesetzt, in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben des Bundes sowie des Landes Niedersachsen Klimaneutralität bis 2045 anzustreben. Das bedeutet, dass auch im Bereich der Wärmeerzeugung auf fossile Rohstoffe verzichtet werden soll („Dekarbonisierung“). Heute entstehen rund 40 % aller CO2-Emissionen in Deutschland im Gebäudesektor; ein Gutteil dieser Emissionen geht auf den zur Unterhaltung erforderlichen Energieverbrauch („Betriebsenergie“) zurück, insbesondere auf das Heizen von Räumlichkeiten. Daher ist es für Fortschritte beim Klimaschutz von zentraler Bedeutung, sowohl den Heizenergieverbrauch insgesamt zu reduzieren als auch das Heizen auf erneuerbare Energiequellen umzustellen, bei denen kein CO2 freigesetzt wird.
Um die Möglichkeiten zu untersuchen, die beim Heizen anfallenden CO2-Emissionen in Dissen aTW zu senken, wurde der Stadt eine Förderung für die Erstellung einer örtlichen kommunalen Wärmeplanung seitens der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) bewilligt, der für die Bewilligung von Förderungen nach der Kommunalrichtlinie zuständigen Einrichtung auf Bundesebene. Gemeinsam mit der Stadtwerke Versmold GmbH in Zusammenarbeit mit der Wärmeschmiede GmbH konnte die Stadtverwaltung so bis zum Frühjahr 2026 die kommunale Wärmeplanung für Dissen aTW ausarbeiten.
Der Rat der Stadt Dissen aTW hat den Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung in der Sitzung am 16.03.2026 zustimmend zur Kenntnis genommen. Mit der Veröffentlichung des Abschlussberichts (vgl. Downloadbereich) ist dieser wichtige Planungsschritt abgeschlossen. Die Stadtverwaltung bereitet nun die Umsetzung der in der Kommunalen Wärmeplanung enthaltenen Maßnahmen vor. Bürgerinnen und Bürger können sich vom 09.06.2026 bis 23.06.2026 in einer Mini-Ausstellung im Foyer des Rathauses über die wesentlichen Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung informieren.
Vorgehensweise bei der Erarbeitung
Der Prozess zur kommunalen Wärmeplanung erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst wurde im Herbst 2025 eine Bestands- und Potenzialanalyse für das gesamte Dissener Stadtgebiet erarbeitet. Dabei wurden anonymisierte Daten aus verschiedenen Quellen zur derzeitigen Nutzung von Wärmeenergie in Wohn-, Misch- und Gewerbegebieten ebenso wie statistische Erhebungen herangezogen, um festzustellen, welche Energieträger bislang zur Wärmeversorgung gebraucht und wie viel Heizenergie benötigt wird. Auf dieser Basis wurden im zweiten Schritt die Potenziale eruiert, die sich zukünftig für verschiedene Bereiche im Stadtgebiet zur Wärmeversorgung ergeben könnten. Es handelt sich also um eine Erhebung der Möglichkeiten, die dann im nächsten Schritt hinsichtlich ihrer Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit geprüft und priorisiert wurden.
So ergaben sich verschiedene Zielszenarien je nachdem, ob einer möglichst hohen Reduktion der CO2-Emissionen, einer möglichst kostengünstigen oder möglichst effizienten Umstellung der Wärmeversorgung die höchste Priorität eingeräumt wurde. Die Stadt Dissen aTW hat sich letztlich entschieden, eine ausgewogene Planung als Grundlage für die folgenden Schritte zu wählen. Auf Basis des Zielszenarios wurden Maßnahmen skizziert, deren Umsetzung in den kommenden Jahren dazu dienen soll, den Entwurf zur zukünftigen Wärmeversorgung in Dissen aTW eingehend zu prüfen und gegebenenfalls Schritt für Schritt umzusetzen. Gerade die Möglichkeiten zum Ausbau von Wärmenetzen erfordern hier weitere Gutachten, ehe über eine Realisierung entschieden werden kann. Falls in Dissen aTW Wärmenetze gebaut werden sollten, werden also bis zu deren Einrichtung noch einige Jahre vergehen.
Die kommunale Wärmeplanung bildet somit nur den Anfang; in den kommenden Jahren sollen Maßnahmen verwirklicht und zugleich überprüft werden, ob die Planung noch aktuell ist oder ob gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden sollen. Darüber wird die Stadt sowohl die politischen Gremien als auch die Bürgerinnen und Bürger stets informiert halten, um gemeinsam vorausschauend eine möglichst treibhausgasneutrale, effiziente und kostengünstige Wärmeversorgung einzurichten.
Weiterführende Informationen
Gerade auch für Eigenheimbesitzer bietet die Website (https://www.klimaschutz-niedersachsen.de/zielgruppen/kommunen/Kommunale_Waermeplanung.php) der landeseigenen Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) weiterführende Informationen an. Die KEAN organisiert zudem regelmäßig Online-Informationsveranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung und anderen Themen, die sich mit einer effizienten und klimafreundlichen privaten Energieversorgung beschäftigen. Im Fokus stehen oft praktische Tipps wie die Optimierung von Heizungen, Wissensvermittlung zu Wärmepumpen, erneuerbaren Energien sowie Wärmeplanung und Abwärmenutzung.
Informieren Sie sich gern, tauschen Sie sich aus und entdecken Sie, wie Sie Ihre Wärmeversorgung effizienter und günstiger gestalten können!




